Heinz Gulatz setzt Prioritäten auf familiärem Sektor
„Ich habe mir schon seit langem Gedanken über einen Rückzug gemacht“, sagt der 62-Jährige und fügt hinzu: „Ich denke, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt ist – man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“ Gulatz legt in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, „dass das nichts mit der aktuellen Mannschaft zu tun hat“, aber „gewisse Dinge“ hätten seinen Entschluss bekräftigt.
Gulatz nennt zum einen die Veränderungen in den Vereinsstrukturen, mit dem Kurs des neuen Vorstands habe er durchaus Probleme. „Das alles ist nicht mehr mein Ding, aber ich muss ja den eingeschlagenen Weg nicht mitgehen“, sagt er und nennt zum anderen den personellen Umbruch bei den Mambas-Damen, der bereits in der gerade abgelaufenen Saison eingesetzt hat. „Da steht ein Generationswechsel an – viele Spielerinnen von einst sind nicht mehr dabei oder haben jetzt aufgehört“, erwartet Gulatz, dass sich das Gesicht der Mannschaft weiter verändern wird.Aktuell haben sich Steffi Kastner (Eishockey in Netphen) und Frederike Voswinkel (Münster) verabschiedet. „Viele von früher sind halt nicht mehr übrig.“
Natürlich denkt Gulatz mit Wehmut („Ich gehe schweren Herzens“) an vergangene Glanzzeiten zurück. Die Erinnerung an die Anfänge vor zwölf Jahren, als er bei der gerade erst ins Leben gerufenen Mannschaft die Teamleitung übernahm, ist immer noch frisch. Auch jene Triumphe, die die Mambas in den dann folgenden Jahren feiern konnten. So eröffnete der MSC 2003 mit dem Gewinn des ISHD-Pokal seine Titelsammlung, die in den Jahren von 2007 bis 2011 um vier deutsche Meisterschaften erweitert werden konnte – vier Trophäen für zweite DM-Ränge stehen ebenfalls in der Vitrine. „Hinzu kommen noch zwei zweite Plätze bei Europapokal-Turnieren – wir haben viele Jahre auf allerhöchstem Niveau gespielt“, so Gulatz, der mit Meike Zöpnek und Co. gern noch den einen oder anderen Pokalsieg gefeiert hätte. „Wir haben ja zahlreiche Endspiele bestritten, aber es wollte leider nicht klappen“, denkt der Letmather an jene fünf Finalteilnahmen, bei denen stets der Gegner die Nase vorn hatte – im vergangenen Jahr waren es die Düsseldorf Rams.
Die Entscheidungen in der laufenden Saison wird Heinz Gulatz aus der Distanz beobachten und die am 5. November beginnenden Play-offs eher am Rande registrieren. „Natürlich interessiert es mich noch, wer diesmal deutscher Meister wird. Aber im Grunde genommen ist es doch egal, ob es diesmal die Rams oder die Duisburg Ducks werden.“
Denn die Weichen für den Abschied von der Mambas-Bande sind ja bereits gestellt. Heinz Gulatz wird künftig private Dinge noch mehr in den Vordergrund schieben. „Ich bin jetzt zum zweiten Mal Großvater geworden. Und diese familiären Freuden möchte ich künftig noch mehr genießen“, so Heinz Gulatz, der zudem ja noch einen Wohnwagen in Süssau an der Ostsee stehen hat – jenem Urlaubsdomizil, in dem schon so manche Saisonplanung für seine Mambas-Damen stattgefunden hat.
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